Parasiten

Parasiten sind kleinste Lebewesen, die sich in irgend einer Form von unseren Tieren ernähren (ihren Hautschuppen, ihrem Kot, ihrem Blut) und die dadurch zu einem Problem werden können.
Grundsätzlich ist wohl in jedem Stall ein gewisses Mass an Parasiten normal – zumindest in Aussenhaltung – solange die Parasiten aber aus einer nur sehr kleinen Population bestehen kommen die Tiere damit sehr gut zurecht. Schwierig wird es, wenn ein Parasit sich zu stark vermehrt. Das kann für die Tiere zum Problem werden.

Grunsätzlich fällt auf, dass Meerschweinchen ein stark erhöhtes Risiko haben zu erkranken, wenn es Stress in irgend einer Form ausgesetzt ist – dazu gehören Unruhen in der Rangordnung, der Verlust eines Tieres, der Zugang eines neuen Tieres oder auch Umzug.
In Zuchten herrscht ein erhöhtes Risiko, dass Tiere erkranken, da regelmässig die Gruppenkonstellation verändert wird – ein Weibchen verlässt die Gruppe zum Honeymoon, ein Weibchen kommt aus dem Honeymoon zurück in die Gruppe, Jungtiere werden geboren, Mama will keine Milch mehr geben und so weiter und so fort. Es kann also schon mal vorkommen, dass die Jungtiere oder auch die Mütter nicht so chic ausschauen, wenn man sie besucht. Ein seriöser Züchter wird aber niemals ein Tier mit Befall abgeben! Da muss sich der Käufer dann gedulden bis der Spuk vorbei ist, erst dann werden die Jungtiere abgegeben.

Häufige Erkrankungen durch Parasiten

Milben

Es gibt grundsätzlich verschiedene Arten von Milben (Herbstgrasmilben, Grabmilben, Ohrmilben). Sie alle ernähren sich in irgendeiner Form von Hautschuppen. Bei den Meerschweinchen am häufigsten gesehen sind die Grabmilben (diese Milbenart gräbt sich in die Haut, daher der Name). Nehmen die Grabmilben überhand, wird die Haut schuppig weiss, die Haare fallen aus (vom Kratzen), nach wenigen Tagen sind in der weissen schuppigen Fläche dunkle Punkte (Blutkrusten) zu sehen. Hier muss eine Behandlung durch den Tierarzt oder Züchter erfolgen. Unbehandelt kann der Befall so schlimm werden, dass sich die Tiere ganze Hautpartien wundkratzen und so grossflächige blutige Krusten entstehen. Das ist für die Meerschweinchen äusserst schmerzhaft.
Der Tierarzt wird raten, alle Tiere im Bestand zu behandeln. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es durchaus ausreicht, die betroffenen Tiere zu behandeln. Frei nach dem Motto „so wenig Chemie wie möglich, soviel wie nötig“, schliesslich ist es im Interesse aller Tierbesitzer, dass wir nicht unnötige Resistenzen schaffen.
Für den Menschen in unseren Regionen sind Milben keine Gefahr. Bei unserem Hygiene-Standard können Milben auf uns nicht überleben. Für andere Tiere im Haushalt können sie aber eine Gefahr darstellen, deshalb nach Berührung eines Meerschweinchens mit Befall immer die Hände waschen, bevor man ein anderes Tier berührt.

Haarlinge

Bei den Haarlingen handelt es sich um weisse, längliche Tierchen mit Flügeln, die aber flugunfähig sind. Diesen Parasiten holt man sich gerne mit dem Heu in’s Haus. Nach meiner Erfahrung verläuft ein Befall mit Haarlingen in der Regel beschwerdefrei. Es gibt aber Tiere die eine Art Allergie zeigen, diese juckt es dann ziemlich heftig.
Wenn kein Tier mit jucken reagiert ist im Prinzip keine Behandlung notwendig. Hat man jedoch ein Meerschweinchen mit Reaktion, so muss die komplette Gruppe behandelt werden, da die Haarlinge sehr schnell von einem Tier auf’s nächste wechseln und sich die Meeris so immer wieder neu gegenseitig anstecken würden. Auch hier hilft der Tierarzt mit entsprechenden Medikamenten.

Kokzidien

Kokzidien sind mein persönlicher Alptraum: Liegt ein Befall vor, kann er bei Jungtieren innert weniger Stunden zum Tod führen. Wird der Befall aber rechtzeitig erkannt, können die Biester mit der richtigen Medikation zuverlässig abgetötet.
Bei Konzidien handelt es sich um einen Einzeller, der die Darmwand seines Wirts anfrisst. Dadurch wird die Nahrungsverwertung verschlechtert, die Meeris magern ab, bekommen Bauchkrämpfe und Durchfall und können schliesslich an einem Darmdurchbruch versterben.
Für mich persönlich ist deshalb ein Tier mit Durchfall immer ein Notfall und gehört sofort zum Tierarzt. In einem solchen Fall verlange ich immer einen Kot-Untersuch – dieser gibt zuverlässig Auskunft über das Vorhandensein von Kokzidien.
Der Fluch an Kokzidien ist, dass sie sich relativ schwer vernichten lassen. Diejenigen Desinfektionsmittel die gegen Kokzidien wirken sind für Meerschweinchen meistens giftig –> Finger weg! Was Kokzidien definitiv nicht mögen sind Temperaturen über 65°C. Mein Tipp deshalb: Wenn ein Befall vorliegt, besorgt euch ein Dampfgerät (mieten, kaufen, leihen) und dampft alles gründlich ab (Häuschen, Stall, Aussengehege, Boden – alles!).
Wir hatten inzwischen zwei Mal Probleme mit Kokzidien und sind sie so jedes mal rasch und zuverlässig los geworden – natürlich inklusive medikamentöser Behandlung der Meeris.

Würmer

Auch Meerschweinchen können sich verschiedene Arten von Würmern einfangen. Würmer können Durchfall verursachen, müssen aber nicht. Wenn kein Durchfall vorliegt, ihr aber ein Schweinchen habt welches kontinuierlich immer etwas an Gewicht verliert, dann solltet ihr zum Tierarzt. Das Tier verliert an Gewicht, weil nicht mehr genügend Nahrung zugeführt wird, dafür gibt es zwei häufige Ursachen: Zahnprobleme und Würmer. Beides gehört in die Hände eines guten Tierarztes. Wenn ihr ein solches Abspeck-Schweinchen zum Tierarzt bringt, sollte immer auch eine Kotprobe mitgebracht werden. Würmer lassen sich darin unter dem Mikroskop gut nachweisen.

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